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Leonie
Armeanu
Stadtpoesie (ARCH)
Stadtpoesie - die städtische Wunschproduktionsmaschine
Ein Gefühl, dass etwas fehlt, beschleicht mich jedes Mal, wenn ich mit Stadtentwicklung, oder -produktion zu tun habe. Unter dem Titel Stadtpoesie wurde dieser Mangel, dieser Wunsch erforscht. Der Wunsch nach einer persönlicheren, poetischeren, menschennahen, lebbaren Stadt, über funktionale Faktoren hinausgehend.

Poesie ist die Herangehensweise und ist im Sinne des Poetischen, des besonderen Moments, der besonderen Qualität, des Schöpferischen zu verstehen, als ein Zugang zu Stadt. Bin ich auf diesem Gebiet nun Expertin oder Laie, Planerin oder Nutzerin? Planerin auf Neuland, etwas von beidem also. So muss der Ausdruck dieses Zugangs persönlich sein, doch voller Expertenwissen. Ein Dialog, angetrieben von der inneren Zerrissenheit der Planer- wie auch Nutzerseite.

Weil Poiesis, die griechische Wurzel von Poesie, auch Hervorbringen, im weitesten Sinne Produzieren bedeutet und in dieser Arbeit Raum produziert werden soll, wird Lefebvres Theorie der Produktion von Raum diesen Dialog weitertreiben. Der Dialog / Diskurs ist auch Methode: Nicht nur fiktive Dialogpartner sind im Gespräch, sondern auch die unterschiedlichen Textschienen und Handlungen stehen im Dialog, widersprechen und ergänzen sich, um so, im poetisch schöpferischen Akt, eine Strategie hervorzubringen.


















Bin ich auf diesem Gebiet nun Expertin oder Laie, Planerin oder Nutzerin? Planerin auf Neuland, etwas von beidem also. So muss die Sprache, der Ausdruck dieses Zugangs emotional, prickelnd, laienhaft sein, das Expertenwissen sichtbar. Ein Dialog also, der auch auf Verweise und Regieanweisungen nicht verzichten kann, angetrieben von der inneren Zerrissenheit des Planer- wie auch Nutzerdaseins. Ab hier ist Stadtpoesie präsent.

Und weil Poiesis, die griechische Wurzel von Poesie, auch „Hervorbringen“ im weitesten Sinne „Produzieren“ bedeutet und in dieser Arbeit etwas hervorgebracht werden soll, wird Lefebvre und seine Theorie der Produktion von Raum in diesen Dialog einfließen und ihn weitertreiben.

Stadtpoesie soll mehrere Formen des Ausdrucks finden. Wichtigster Ausdruck ist dieses Buch, das mehr als bloße Dokumentation ist, und in dem die Form des Dialogs zur Methodik entwickelt wird: Nicht nur fiktive Dialogpartner sind im Gespräch, sondern auch die unterschiedlichen Textschienen und Handlungen stehen im Dialog zueinander, widersprechen und ergänzen sich, um so, im poetisch schöpferischen Akt, eine Strategie hervorzubringen. Weiteren Ausdruck hat Stadtpoesie bereits in Form von kleinen Experimenten in der Stadt, deren Reflexion in den Dialog dieses Buches mit einfließt und über ihre Onlinepräsenz gefunden. Doch wie kann man einen Dialog enden lassen? Lies selbst.
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